Bahn fahren – Dinge erleben
Ich sitze in der Bahn, ja genau – Die Bahn. Auf dem Weg von Augsburg nach Heidelberg. Der IC rauscht, es ist relativ leer im Zug. Der erste Halt ist Günzgurg.
Ich sage nur, mache eine Bahnfahrt und du erlebst etwas. Etwa so:

- Eine Dame, schätze mittleren Alters steigt zu
- Ein dicker Koffer wird durch den Gang gerollt
- “Huch – wo finde ich denn nun meinen Sitzplatz” raunt sie durch den Wagon
- Es geht weiter: “Und wo stelle ich meinen Koffer ab?”
Wie kommen Menschen, mittleren Alters auf solche Fragen? Fahren die zum erstenmal Bahn? Wohl kaum. Ist es nicht hinglänglich bekannt, dass in Großraumwagen zu Beginn und Ende des Abteils extra “grosse” Ablagefächer für die richtig dicken Koffer sind?
Ist es nicht bekannt, dass Platzreservierungen Anhand von Platznummern und Wagonnummern funktionieren?
Ist es nicht bekannt, dass die Platznummer immer “oberhalb” der Sitze am Gepäckfach (hies früher auch mal Netz) angebracht sind?
Himmel die Berge, wo lebe ich? Fährt die Dame zum erstenmal Bahn?
Es sieht so aus. Der Koffer behindert weiterhin den Gang. Selbst mein Angebot, “Ich verstaue ihren Koffer im Gepäckfach”, wurden mit Fragen: Wie bekommen See den da hinein? abgeleht. Ich lasse es.
Gute Fahrt










Und Gerhard, war sie im richtigen Zug…? – Ist doch alles noch harmlos. Ich bin kürzlich im ICE im Ruhezonenabteil mit einem Anlagenberater einer Weißnichtmehrsogenau-Kontor-AG gereist. Der hat ausgebreitet auf vier Sitzplätze (mein Platz hat er mir netterweise beim Einsteigen freigemacht) von München-Pasing bis Stuttgart per Handy versucht, seine Spitzen-Immobilie in Leipzig zu verhökern. Was ist da schon dagegen eine mittelalterliche Dame mit einem Monsterrolly…?!
Kein Wunder hat das so lange gedauert. Werden immer noch Immobilien in Leipzig gekauf?
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