iTunes for the Web oder besser iMagazin oder iPaper?
Die letzten Wochen, Monate im Web sind voll mit Spekulationen rund um einen Tablet PC von Apple, in der Machart eine iPhone oder Kindle oder was auch immer.
Auch kreative Visualisierungen der Gerüchte sind im Umlauf. Dazu kommt der Apple-Einkauf des Musikdienstes Lala. Drumherum haut der Springer-Chef auf die Pauke zum Thema Paid-Web-Content vs. Free Web-Content. Rupert Murdoch gibt auch noch seine Senf dazu. Was ist denn nur los in der Branche?
Machen wir uns nichts vor. Viele Gerüchte der Vergangenheit zu Technologie Themen haben sich bewahrheitet. Viel Veränderung haben die letzten 10 Jahren in Sachen Netz und computing hervorgebracht. Als Beispiel seien hier nur genannt: der iPhone Hype, DROID, MP3 und iTunes, PC und Notebook, Notebok und Netbook, Netbook und Telefon. Noch weiter in die Vergangenheit geschaut, PC vs. Mac, Minicomputer vs. Desktop Computer oder auch Mainframe vs. Client-Server, Fax vs. eMail, Wer jeweils in den Herausforderungen überlebt hat weiß jeder. Es war nicht immer der Beste, das Beste, welches jeweils überlebt hat, oder anders ausgedrückt: das Konzept mit der größeren Reichweite hat sich durchgesetzt.
Schauen wir in die online Welt, da haben wir erlebt wie CompuServe vs. AOL, AOL vs. Internet, Netscape vs. Internet Explorer. Oder auch Web-Portale vs. Blogger, Verlage/Verleger vs. Communities, Socialmedia, WEBzweinnull und was nicht alles.
Jetzt heisst also die nächste Sau die durch das Dorf getrieben wird PaidContent. Das liegt in harten Zeiten wie diesen, in denen die Banken unsere Geld verjubeln das es nur so kracht doch nahe, ein grosse Auge darauf zu haben eben nicht alles for free im Netz zu verjubeln. Lieber ein bisschen an irgendeinem Businesskonzept drehen um den so genannten Qualitätsjournalismus finanziert zu bekommen. Das die Verlage und Verleger immer mehr an Marge und Umsatz in ihren Geschäftsbereichen verlieren ist ja bekannt. Aber drehen die auch an neuen Businesskonzepten?
Die New Economy ist auch schon lange vorbei, also Gelder für weitere Online Konzepte aufzutreiben ist schwierig. Es muss also aus den eigenen Kassen kommen. Doch welche Kassen? Google vielleicht? Der Gedanke von Döpfner ist schon sehr cool, eine Beteiligung an den google Werbeumsätzen zu fordern, wo doch google die Inhalte nicht produziert hat.
Also was ist zu tun damit die Verlage etwas für ihren Journalismus bekommen? Damit die Zeitung nicht genauso untergeht wie die Vinyl-Platte, die CD, der Mainframe Computer, der Desktop-Computer, das VHS Video-Band, der Laptop?
Wie wäre es den mit Partnerschaften? Warum nicht sogar Technologie-Partnerschaften? (Nee, das geht glaub ich nicht, denn alle großen Medienhäuser können ja auch Technologie. :-) Oder etwa nicht?)
Ich meine Partnerschaften bringen etwas. Eine Win – Win Situation. Die Technologen brauchen Kontent, die Kontentmacher brauchen Technische Geräte a la Netbook, Smartphone etc. jeder für sich kann nicht Beides so gut, das es auch ein Gutes Produkt wird.
Partnerschaften haben doch etwas von Verbindungen in sich. Verbindungen von geben und nehmen etwa wie das Netz an sich. Hypertext-Verbindungen sind das A und O des Netzes in seinem ursprünglichen Gedanken. Alle geschlossnene Systeme der Vergangenheit gibt es nicht mehr. Was ist übriggelieben, das Netz, die Verbindung schlechthin.
Gilt das nicht auch für Verlage? Müssen die Verlage sich genauso in einen Elfenbeiturm zurückziehen wie es auch die Mainframe Industrie, die Musikindustrie gemacht hat? Wenn ja, na dann gute Nacht. Wenn nein, ja was dann?
Verlage, bewegt Euch, öffnet Euch, sucht Partnerschaften zur Technik, denn es ist die Technik die zukünftig eure Inhalte transportiert und nicht mehr der Rollenoffset!
Aber welche Technik?
Der Internet User will halt nicht für jedes Dokument x Euro pro download bezahlen. Das zeigt die Vergangenheit a la ClickandBuy etc. Auch hier gilt wieder: das Netz macht Euros zu Cents. Aber das Netz ist heute auch reich an Usern so können viele einzelne Cents wieder viele Euros ergeben. (Ja ich weiß das ist fiktiv)
Aber, das iTunes Konzept zeigt doch: Sind die Inhalte in einem vertretbaren Umfang kostenpflichtig, ist die mögliche Anwenderschar groß genug, dann kann so ein Konzept aufgehen. Das Duo iTunes – iPod ist meiner Meinung nach Beweis genug.
Was wäre wenn nun anstatt von MP3 Files, RSS Feeds für eine eine Tageszeitung für 20 Cent am Tag konsumierbar wären? Über ein iTunes ähnliches Konzept, aber eben nicht mit Hilfe eines Programmes a la iTunes sondern über einen Web-Service? (Lala lässt grüßen) Damit es gleich im Browser deiner Wahl lesbr wird. So kann der Browser auch ein Tablett XY Computer in der Zukunft sein, aber es kann auch ein IE7, ein Firefox ein Safari sein.
Ich glaube, Apple baut nicht ohne Grund ein riesiges neues Datacenter nur um iTunes aufzufrischen. Nein hier geht es um weitere Services, auch MobileMe ist hier ein Service Punkt.
Wenn Apple es schafft das iTunes Prinzip in den Browser zu bringen, dazu noch ein Gerät a la Younameit Tablett dazu. Ja dann ist sehr schnell eine kritische Masse an möglichen Benutzern und Publishern zu finden die das ganze nutzen und somit eine Win-Win Situation erbringen. Das Apple eine Technologie sinnvoll in den markt pushen kann hat es ja mit iPod und itunes bewiesen. Mit iPhone sogar als Meisterstück erreicht.
Ja mein Gott, so eine Situation hat es in 20 Jahren Web noch nie gegeben. Früher, gab es nicht genug Benutzer im Netz. Dazu, gab es auch nicht die richtigen Geräte a la Netbook, Laptop, Smartphone. Heute ist das alles da, es fehlt nur noch das iTunes für Webinhalte anstatt für MP3 Files.
So kann heute sicher ein iMagazin oder iPaper enstehen. Diese funktionieren dann etwa so wie die Tageszeitung bei Harry Potter, oder auch bei SportsIllustrated.
Warum sollten Verlage eine solche Parrtnerschaft mit einem Technologieunternehmen wie Apple nicht eingehen? Es gehen doch auch Millionen von Unternehmen die Partnerschaft mit Microsoft ein, sie benutzen Office Produkte, oder Millonen von Werbern haben eine Partnerschaft mit google, sie nutzen Adwords und Adsense. Tausende Unternehmen haben eine Partnerschaft mit der Schufa, oder der DATEV. Hunderte von Verlagen haben eine Partnerschaft mit Heidelberger. (Heidelberger ist ein Technologie Unternehmen, dazu ist noch kein Verlag auf die Idee gekommen Druckmaschinen selber zu bauen, Das selber bauen gilt glaube ich nur in Netz)
Also langer Rede kurzer Sinn
Der Hype um Paid-Content wird bleiben, Wie werden erleben ob Apple mit einem neuen Service a la iTunes um die Ecke kommt, dazu noch einen Tablett-PV vorstellt oder das iPhone 3.0
Aber eines wird bleiben, Der Zeitpunkt um nochmals Paid-Content zu probieren wird nicht besser werden als jetzt. Aber bitte in Win-Win Situation.
Dinge im Netz die mich zu diesen Zeilen inspiriert haben:
- Nach Lala-Übernahme: iTunes soll zur gigantischen Cloud-Audiothek werden [basic thinking]
- Paid Content Modelle im Web sind NICHT zum Scheitern verurteilt [notizen aus der provinz]
- Everything We Know About Apple’s Touchscreen Tablet [wired]
- iTablett [wired]
- Mag+ [Bonnier]










Ich glaube nicht an das SportsIllustrated Konzept einer Multimedia-Ausgabe. Ich glaube nicht mehr an das Konzept “Ausgabe” von Zeitungen und Magazinen überhaupt. Magazine hatten monatliche Erscheinungsrhythmen was viel mit der Art der Produktion und der Distribution zu tun hatte.
Tageszeitungen wurden täglich zu den Haushalten gebracht. Formatbestimmend war auch die Frequenz der Auslieferung, morgens im Briefkasten.
Das Internet liefert sekundengenau. Sitzen die User in Zukunft da und drücken Reload, Reload bis es endlich Montag 14.00 Uhr ist und eine neue Ausgabe aufpoppt? Nie, glaub ich nicht. Es gibt eine (!) Ausgabe und die aktalisiert sich permanent. Warum sollich mir Donnerstags noch eine Sportausgabe holen wenn das Spiel schon Sonntag war und ich die Highlights von Youtube kenne?
Die Zukunft ist die dynamische Ausgabe. Heute als Website, und morgen mit HTML 5 als Multimedia-Website. Browser zeigt das an. Glaube ich eher als eine Ausgabe. Mal sehen. Und das Revenue-Modell ist ein Monatsabo und nicht mehr pro Ausgabe. Vielleicht auch ganz anders wenn das Tablet rauskommt.
Danke für den Aspekt Sebastian,
Du hast so recht im dem Sinne: Ausgabe. Dennoch glaube ich das die Technologie dazu der treibende Punkt ist.
Dabei verschwimmt der Begriff Ausgabe, denn, jedes mal wenn ich den Browser/Reader dazu auf einem Tablett oder was auch immer öffne, bekomme ich ja (hoffentlich) immer die aktuellsten Daten. Somit das was der Publisher zu bieten hat. Wenn ich dann aus dem Angebt 10 Beiträge lesen( das ist schon hoch gegriffen) kostet mich das 1 Euro, bei 10 Cent pro Artikel/Beitrag wenn mann dabei überhaupt noch von Artikel oder beitrag reden kann.
Da bin ich bei Dir, es geht nicht um Kontext, nicht um einzelne Artikel. Also so was wie bericht zum Spiel, video um Spiel, aktuelle Tabelle. Eine Summe von Einzelartiklen ergibt Kontekt – und somit Wert für den ich zahle. Aber zahlen bitte nur einmal am Tag, selbst wenn ich während des Live-Tickers der Spielberichterstattung 20x reload mache um den aktuellen Spielstand, die Tabelle zu erfahren.
Eben! Genau hier wirds spannend. Wird es in Zukunft noch Ausgaben geben, oder ist die Ausgabe an sich hinfällig? Ausgaben – egal ob eine tägliche Zeitung oder ein monatliches Magazin sind meiner Meinung entstanden weil der Vertriebsweg so war wie er ist. Druck, Lastwagen, Kiosk. Kauf. Redaktionsschluß ist ein Relikt. Deswegen wird die Abrechnung nicht mehr Ausgabenbasiert sein, sondern Zeitbasiert, Tages- oder Monatsflatrate. Und Einzel-Pakete in Form von Dossiers kann man kaufen, da ist dann viel drin was man will, und einiges was man nicht will, eben ein Paket. Wie eine Best-Of-Musik-CD.
Redaktionsschluß war gestern.
Der große Denkfehler der verlage ist, dass sie glauben jemand hätte jemals für Content bezahlt. Das ist nur komplett falsch. Defacto sind die Kosten der herstellung und der Vertriebes pro Stück höher als der Verkaufspreis!
Der wohl noch größere Denkfehler ist aber, dass verlage glauben, dass sie aktuelle News jemals angeboten haben! Spätestens seit der Verbeitung von Radio stimmt das nicht mehr!
Leider kennen die wenigsten der Verlage ihr eigenes Geschäftsmodell und daher rennen sie irgendwelchen digitalen Hoffnungen hinterher!
Erstmal vielen Dank für den interessanten Bericht.
Ganz klar… content muss frisch und lebendig verkauft werden und dann wird der User auch gerne dafür bezahlen.
Ich glaube ebenfalls dass die Technologie dazu der treibende Punkt ist und ein Standard wie ihn Apple geschafft hat und schaffen wird der richtige Weg ist.
In diesem Sinne :
Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten,
Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.
Saint-Exupéry, Antoine de (eigentlich: Antoine-Marie-Roger Graf von)
@Christian 15:30 Uhr:
Danke für deinen kritischen Kommentar. Ob es sich dabei um Denkfehler handelt? Ich weiß es nicht, denn, kann es ein Fehler sein, wohlwissend man ist nicht so aktuell wie Internet, TV und Radio im Sinne des Zeitpunktes einer News.
Ich denke es kann nicht schlecht sein und es scheint nicht verkehrt zu sein als Wochen-, Monatsmagezin oder auch Tageszeitung die Dinge als News und/oder Berichte zu Gruppieren und zusammen zu Publizieren. (Immerhin ist dieses Businessmodell älter als alle Internetbasierenden Modelle).
Es gibt auch genügend Beweise das über solche Modelle mehr Business gemacht und angeschoben wird als die derzeitigen Netzmodelle. Dennoch stimme ich Dir zu: Die Dinge ändern sich gerade jetzt wehement. nicht wie zum Start des Wordwide Webs in den anfänglichen 90ziger propagiert. Sie ändern sich jetzt!
Im Moment wirken so viele Einflussfaktoren auf die Verlagswelt ein, das diese teilweise vordergründig mehr als überfordert sind überhaupt der Thematik zu folgen geschweige denn, diese Veränderungen, aktiv zu gestalten. Und hier, genau hier liegen die Herausforderungen. Ich wiederspreche dir, dass die Verlage ihre heutigen Geschäftsmodelle nicht kennen. Ich mahne aber an, das die Verlage scheinbar überfordert wirken, neue Modelle selbst zu gestalten. Das Gestalten findet mehr und mehr in Verlagsfernen Bereichen statt.
Vordergründig sieht es so aus als seinen es die Technologie-Macher a la Goolge, Apple etc. und Freunde die derzeitigen Macher.
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